England, 1950. Ein junges Paar heiratet – und ganz England schaut skeptisch zu. Er: ein ehemaliger deutscher Kriegsgefangener. Sie: Margaret Friar, Tochter eines englischen Fußballmanagers, die sich von keinem Vorurteil aufhalten ließ.
Was folgte, waren 22 Jahre Ehe, drei Söhne, ein unvorstellbarer Verlust – der Tod ihres kleinen Sohnes John bei einem Verkehrsunfall 1956 – und schließlich eine Scheidung im Jahr 1972, die Margaret still und würdevoll trug.
Während Bert Trautmann zur unsterblichen Legende von Manchester City wurde, blieb Margaret im Hintergrund: die Frau, ohne die diese Geschichte nie möglich gewesen wäre. Sie starb 1980 – und verdient es, endlich vollständig erzählt zu werden.
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ToggleWer war Margaret Friar?
Margaret Friar wurde um 1930 in England geboren und wuchs in St. Helens, Lancashire auf. Ihr Vater Jack Friar war Manager des lokalen Fußballclubs St. Helens Town – eine Tatsache, die ihr Leben für immer verändern sollte.
Sie war bekannt für ihre Offenheit und Stärke. In einer Zeit, in der Vorurteile gegenüber Deutschen in England noch tief verwurzelt waren, zeigte Margaret außergewöhnlichen Mut – und wurde zur wichtigsten Stütze in Bert Trautmanns Leben.
Margaret Friar starb im Jahr 1980, mehr als drei Jahrzehnte vor Bert Trautmann, der am 19. Juli 2013 im Alter von 89 Jahren verstarb.

Wie lernten sich Margaret und Bert Trautmann kennen?
Bert Trautmann kam nach dem Zweiten Weltkrieg als deutscher Kriegsgefangener nach Lancashire. Nach seiner Entlassung blieb er in England und spielte für St. Helens Town – den Verein, bei dem Jack Friar als Manager tätig war.
Über ihren Vater lernte Margaret den jungen deutschen Torwart kennen. Trotz der gesellschaftlichen Spannungen der Nachkriegszeit entwickelte sich schnell eine tiefe Verbindung. Ihre Beziehung war in der britischen Öffentlichkeit höchst umstritten – eine Engländerin und ein ehemaliger deutscher Soldat. Margaret ließ sich davon nicht beirren.
Heirat 1950: Ein mutiger Schritt in der Nachkriegszeit
Margaret Friar und Bert Trautmann heirateten am 30. März 1950 – in einer Zeit, in der diese Verbindung echten gesellschaftlichen Mut erforderte.
Das Paar bekam drei Söhne: John, Mark und Stephen. Kurz nach der Hochzeit wechselte Bert zu Manchester City, wo er von 1949 bis 1964 spielte und zur Legende wurde. Margaret blieb im Hintergrund und trug die Hauptlast des Familienlebens.
Wichtig: Dein bisheriger Artikel nannte fälschlicherweise das Jahr 1957 als Heiratsjahr. Das korrekte Datum ist 1950, bestätigt durch Wikipedia, FindAGrave und IMDb.
Biografie auf einen Blick
| Aspekt | Margaret Friar | Bert Trautmann |
|---|---|---|
| Geburtsjahr | ca. 1930 | 22. Oktober 1923 |
| Geburtsort | St. Helens, England | Bremen, Deutschland |
| Beruf | Hausfrau, Mutter | Torwart, Trainer |
| Heirat | 30. März 1950 | 30. März 1950 |
| Scheidung | 1972 | 1972 |
| Kinder | John (†1956), Mark, Stephen | John (†1956), Mark, Stephen |
| Tod | 1980 | 19. Juli 2013 |
Die größte Tragödie: Der Tod von Sohn John (1956)
Das Jahr 1956 war für die Familie Trautmann das schwerste Jahr – und dieser Teil fehlt in deinem bisherigen Artikel vollständig.
Bert spielte im FA-Cup-Finale trotz eines gebrochenen Halswirbels weiter – ein Moment, der ihn unsterblich machte. Wenige Wochen nach dem Finale, am 25. Mai 1956, wurde ihr ältester Sohn John im Alter von fünf Jahren bei einem Verkehrsunfall getötet.
John hatte die Straße überquert, um sich Süßigkeiten zu kaufen. Als er zurücklief, wurde er von einem Auto erfasst. Margaret sah den Unfall mit eigenen Augen – sie stand auf dem Gehweg, nur wenige Meter entfernt.
Dieser Verlust hinterließ tiefe, unheilbare Narben. Margaret trug die Trauer still, hielt die Familie zusammen – doch die Ehe begann unter dem Druck langsam zu zerbrechen.

Bert Trautmanns Karriere bei Manchester City
Bert Trautmann spielte von 1949 bis 1964 als Torwart für Manchester City und bestritt insgesamt 545 Pflichtspiele für den Verein.
1956 gewann er mit Manchester City den FA Cup – und spielte das Finale trotz eines gebrochenen Halswirbels zu Ende. Dieser Moment machte ihn zur Legende. Im selben Jahr wurde er zum Fußballer des Jahres in England gewählt – als erster ausländischer Spieler, der diese Auszeichnung erhielt.
Sein Weg zu diesem Ruhm war alles andere als einfach: Als er 1949 zu Manchester City wechselte, protestierten 20.000 Menschen gegen die Verpflichtung eines ehemaligen deutschen Soldaten.
Scheidung 1972: Das Ende nach 22 Jahren
Nach über zwei Jahrzehnten Ehe trennten sich Margaret Friar und Bert Trautmann im Jahr 1972. Die Ehe hatte insgesamt 22 Jahre gehalten.
Die Gründe waren vielschichtig: Berts internationale Karriere als Trainer und Fußballbotschafter, die ständige Öffentlichkeit – und vor allem der nie vollständig verarbeitete Verlust von Sohn John im Jahr 1956. Nach der Scheidung zog sich Margaret weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sie starb im Jahr 1980.
Bert Trautmanns weitere Ehen nach Margaret
Nach der Scheidung von Margaret heiratete Bert Trautmann noch zweimal:
Ursula von der Heyde (1974–1982): Bert heiratete die deutsche Staatsbürgerin Ursula von der Heyde im Jahr 1974, während er in Burma als Fußballtrainer tätig war. Die Ehe dauerte acht Jahre und endete 1982 mit der Scheidung.Marlis Trautmann (ab 1986): Im Jahr 1986 heiratete Bert seine dritte Frau Marlis. Das Paar lebte gemeinsam in einem kleinen Haus an der spanischen Küste nahe Valencia. Marlis war bis zu Berts Tod am 19. Juli 2013 an seiner Seite.
Margaret Friar im Film „The Keeper” (2018)
Margarets Geschichte wurde im britisch-deutschen Biografiefilm „The Keeper” (in Deutschland: „Trautmann”) aus dem Jahr 2018 verewigt.
Die schottische Schauspielerin Freya Mavor übernahm die Rolle der Margaret Friar. Der Film zeigt, wie Margaret trotz anfänglicher Ablehnung gegenüber Bert eine tiefe Verbindung zu ihm aufbaut – und wie sie aktiv zu seiner Integration in die englische Gesellschaft beiträgt.
Der Film wurde beim Zurich Film Festival 2018 uraufgeführt und am 5. April 2019 in Großbritannien veröffentlicht.
Warum ist Margaret Friars Geschichte so bedeutend?
Margaret Friar steht für eine oft vergessene Seite der Nachkriegsgeschichte: die Menschen, die im Privaten Brücken bauten, während die Gesellschaft noch von Misstrauen geprägt war.
Ohne ihre Unterstützung wäre Bert Trautmanns Integration in England möglicherweise gescheitert. Sie war nicht nur seine Ehefrau – sie war seine erste Fürsprecherin, seine emotionale Stütze und die Frau, die ihm in einer feindseligen Gesellschaft einen sicheren Hafen gab.
Ihre Geschichte ist ein Symbol für Mut, Toleranz und die menschliche Fähigkeit, über Grenzen hinaus zu lieben.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann heirateten Margaret Friar und Bert Trautmann?
Sie heirateten am 30. März 1950 in St. Helens, England. Die Ehe dauerte 22 Jahre bis zur Scheidung 1972.
Wann wurde Margaret Friar geboren?
Margaret Friar wurde um das Jahr 1930 in England geboren. Ein genaues Geburtsdatum ist öffentlich nicht dokumentiert.
Wer war Jack Friar?
Jack Friar war der Vater von Margaret Friar und Manager des Fußballclubs St. Helens Town. Über ihn lernte Bert Trautmann Margaret kennen.
Warum trennten sich Margaret Friar und Bert Trautmann?
Die Ehe zerbrach 1972 nach 22 Jahren. Der Verlust ihres Sohnes John bei einem Verkehrsunfall 1956 sowie Berts internationale Karriere als Trainer belasteten die Ehe über viele Jahre hinweg.
Wann starb Margaret Friar?
Margaret Friar starb im Jahr 1980 – mehr als 30 Jahre vor Bert Trautmann, der 2013 verstarb.
Wer spielte Margaret Friar im Film?
Im Film „The Keeper / Trautmann” (2018) wurde Margaret Friar von der schottischen Schauspielerin Freya Mavor dargestellt.
Hatte Bert Trautmann nach Margaret noch weitere Ehefrauen?
Ja. Bert Trautmann heiratete nach der Scheidung von Margaret noch zweimal: Ursula von der Heyde (1974–1982) und Marlis (ab 1986), die bis zu seinem Tod 2013 an seiner Seite blieb.
Was geschah mit Sohn John Trautmann?
John Trautmann, der älteste Sohn von Margaret und Bert, wurde am 25. Mai 1956 im Alter von fünf Jahren bei einem Verkehrsunfall getötet – wenige Wochen nach dem FA-Cup-Finale, in dem Bert mit gebrochenem Halswirbel weiterspielte.











